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WILL-O‘-THE-WISP

WILL-O‘-THE-WISP

28.01.2026 – 03.03.2026
AG18 Gallery

Julia Åberg
Maria Belova
Ester Gašparová
Maks Rz
Anna Taganzeva
Julia Woronowicz
Lorenzo Zerbini

Curated by Julia Harrauer

Will-o’-the-wisp bezeichnet ein sanft flackerndes Licht, das in Sümpfen oder Feuchtgebieten erscheint und historisch als Illusion, Omen oder Wunder interpretiert wurde. Das Phänomen wird gemeinhin durch das Entweichen von Sumpfgasen wie Methan oder Phosphin erklärt, die nur unter ganz bestimmten Bedingungen auftreten.

Obwohl die Wissenschaft viele mythische Interpretationen ersetzt hat, bleiben das Gefühl der Unsicherheit und die Faszination für das Unbekannte bestehen. Sümpfe verkörpern diese Spannung. Oft als feindlich oder unbewohnbar dargestellt, beherbergen sie ein komplexes und blühendes Leben, das oft nur nachts zum Vorschein kommt.
Innerhalb der Ausstellung wird das Will-o’-the-wisp zu einer Metapher für diese verborgene Lebenskraft und verweist auf flüchtige Ökosysteme, die oft übersehen werden. Natur und Umwelt werden zu einem zentralen Symbolfeld: Sie werden sowohl als starke Kraft wahrgenommen, die sich der Kontrolle widersetzt, als auch als etwas Verletzliches, das Schutz oder Verteidigung benötigt.

Anhand verschiedener künstlerischer Medien wie Malerei, Skulptur, Collage und Installation untersuchen die teilnehmenden Künstler, wie Vorstellungen von Fragilität und Stärke kulturell und historisch durch Form, Material und Bildsprache hervorgebracht werden. Was gilt als schwach oder stark, und wie ist diese Mehrdeutigkeit in unserer Gesellschaft begründet? Inspiriert von natürlichen Formen untersucht die Ausstellung, wie Fragilität und Stärke nicht im Widerspruch zueinander stehen, sondern als tief miteinander verflochtene Zustände auftreten.

über die Kuratorin:

Als unabhängige Kuratorin konzentriert sich Julia Harrauer in ihrer Arbeit auf interdisziplinäre zeitgenössische Kunst und ist geprägt von ihrer Spezialisierung auf Kulturphilosophie und Medienästhetik. Ihre Forschung befasst sich mit philosophischen, phänomenologischen und kontextuellen Dimensionen sozialer Strukturen. Sie hat einen Abschluss in Kunstgeschichte von der Universität Wien und ein Diplom in Grafik- und Kommunikationsdesign. In den letzten Jahren startete sie eigene Projekte und gründete 2021 den Young Curators Club Vienna (YCC) mit. Bis 2025 hat sie mehrere unabhängige Ausstellungen kuratiert, darunter ein einjähriges Programm an der Universität für angewandte Kunst Wien, Ausstellungen für die gemeinnützige Initiative Back to Athens und Ausstellungen mit Nachwuchskünstlern in Wiener Galerien. Zu ihrem beruflichen Hintergrund gehören außerdem das Betriebsmanagement bei viennacontemporary, Lehraufträge an der Universität Wien und die Tätigkeit als kuratorische Assistentin bei der Kunstmesse Parallel Vienna.

Werke der Ausstellung